CREDITS

2013 (KHM project) Performance & short film 

Choreography & Scenography Reut Shemesh | Dance and Creation Lisa Kirsch, Hannah Platzer, Ieva Navickaite | Music Simon Bauer | Camera Ronni Shendar | Editing Reut Shemesh 



Premiere: tanz.tausch festival opening evening, December 2012 Cologne 

The Piece THE VIRGIN'S VOICE was funded by the City of Cologne,  tanz/tausch dance festival, Atalier Quartier am Hafen, Academy of Media arts Cologne, 


PRESS:

 Choices  /// http://www.choices.de/koestliche-verfuehrung


AKT / Theaterzeitung-koeln ///   http://www.theaterzeitung-koeln.de/kritisiert/kritisiert-15/the-virgins-voice/



The Virgin´s Voice sucht nach dem Rollenbild der Frau in der westlichen Gesellschaft.

Obwohl frei und emanzipiert, haftet ihr immer noch die Rolle des schwachen

Geschlechts an. Liegt dieses Phänomen in der Natur des Menschen? Unterstreicht der

Wunsch, eine starke Frau zu sein, die eigene Schwäche? Mit dem Bild des Fallens und

Haltens nähert sich die Choreographin Reut Shemesh mit ihren drei Tänzerinnen dem

Konzept von Schwäche und Stärke.

" Wann war Tanz je so frech. Wunderbar" / KLAUS KEIL


                

   Previous & upcoming performances

  • 4 December 2013  Alte Feuerwache Köln­ Tanz.tausch Festival

  • 21,22,23 Feb 2014­ Alte Feuerwache Köln­ THREE international festival

19th June 2014 Leipzig Loft theatre­ Tanz.tausch Festival

13th Dec 2014 TanzFaktur Köln

11th Jun 2015 Kunst salon Köln

13th Jun 2015 Lothringair Street festival Aachen

14th Jun 2015 Schauspiel Köln im DEPOT /Birlikte Kulturfest


             













PRESS
 

SCHMERZ UND LEERE

Vor allem mit Beiträgen des choreografischen Nachwuchses wollten die Kölner beim Tanz- und Performance-Festival "tanz.tausch" in der Alten Feuerwache punkten. Eine gewagte Entscheidung mit disparaten Ergebnissen. Gut gelungen mit Reut Shemesh, kritisch zu betrachten bei Ursula Nill.

Sie umklammern mit beiden Händen einen imaginären Dolch, pushen sich gegenseitig hoch, um auch die letzte Hemmung abzulegen - und stechen dann zu. Choreografisch lustvoll rammen sich die drei Tänzerinnen Lisa Kirsch, Hannah Platzer und Ieva Navickaite immer wieder den Dolch in den Leib. Eine starke und zugleich tragische Geste, die das neue Tanzstück "The Virgins's Voice" der jungen Choreografin Reut Shemesh bis zum Schluss durchzieht und von den Tänzerinnen mit funkelnden Augen oder übertrieben angriffslustig geradezu komisch ausgeführt wird. Doch die inszenierte Komik soll nicht verdecken, dass diese Geste symbolisch für die eigenen Schwächen steht. Reut Shemesh setzt sich in dem Tanzstück mit dem Rollenbild der Frau in der westlichen Gesellschaft auseinander. Das macht sie selbstkritisch, radikal und mit bissigem Witz, der nicht immer schmeichelhaft für die Frauen ist.

HEIMCHEN AM HERD UND POWERFRAU

Denn Ausgangspunkt der Choreografin ist ihre Feststellung, dass sich die Frauen schon wieder "selbstlos, zurückgezogen und naiv" in alten Rollenbildern einzurichten scheinen. Also entfacht sie mit ihrer Choreografie einen wahren Hexentanz auf der Bühne, um die Widersprüche zwischen Heimchen am Herd und Power-Frau aufzuzeigen. Ohne peinlich damit zu wirken, kann das nur jemand machen, der Teil dieser Generation ist. Gleich, ob Shemesh die Tänzerinnen gegeneinander antreten lässt oder die sich gleich wieder liebevoll umarmen und küssen: am Ende steht bei jeder Tanzsequenz der tiefe Fall, real und symbolisch. Selten wurde das eher formale Fallen im Tanz so stark inhaltlich als Bedeutungsträger in eine Choreografi e einbezogen wie hier. Um das noch zu verstärken, wird die Musik aus Sound, Klavier und dem Ave-Maria wie Störpotenzial eingesetzt. Manchmal reicht auch ihr Heulen und Flennen, wenn sich das Trio mal wieder in absurder Komik bis zur Bewusstlosigkeit würgt. Die Choreografi n macht dies in der ihr eigenen tänzerischen Form und bereichert damit die freie Tanzszene mit einem selten anzutreffenden Element: Humor. Es ist eine tiefgründige, fast schwarze Komik, der mit seinen Überzeichnungen von Charakteren und Überspitzungen von Situationen durchaus einen Bewusstseinsprozess einleiten kann. Wann war Tanz je so frech. Wunderbar. 

KLAUS KEIL