CREDITS

A production by Reut Shemesh and Overhead Project

May 2014 (KHM project) Performance & trailer 


a bird sits on a man’s head 

the man is irritated

the bird turns into a boy, the boy transforms into wind

the wind becomes a voice

a voice in man's head


Choreography Reut Shemesh | Dance and Creation Tim Behren & Florian Patschovsky | Music Simon Bauer | Scenography Ronni Shendar | Film Ronni Shendar | Photography De Matthias | Photography Lazoo 


Made possible by: 

De NWE Vorst,  Kunshochschule für Medien Köln, Forum Neuer Zirkus, Sommerblut-Festival, Atelierhaus Quartier am Hafen. Stadt Köln, kunststiftung nrw, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, tanz.punkt Köln

Press: http://www.theaterzeitung-koeln.de/archiv/akt53-mai-2014/kritisiert/the-boy-who-cries-wolf/



The Boy Who Cries Wolf ist ein Allegorie auf das europäische Urmärchen mit seinen in Bildersprache geformten Erzählungen vom Übersinnlichen. Wie ein farbenfroher, psychedelischer Traum entfaltet siche ein Reise zweier Männer im undurchsichtigen Mondschein. Auf ihrem Weg durch imaginären Landschaften begegnen sie abgründigen Kreaturen, dem Anderen und dadurch auch sich selbst. Dabei bewegen sie sich auf dem schmalen Grat zwischen Komik und Tragik.


„a dark dance perl is made successfully.“ Thomas Linden, Theaterzeitung AKT


Previous & upcoming performances

22.23.24 April 2013 Now & Next Tanzhaus NRW

19 August 2013 Asphalt Festival Düsseldorf

3 May 2014 Forum new circus Berlin

16.17.18 May 2014 Kunsthochschule für Medien Köln

22 May 2014 Tilburg (NL)

10.11 September 2014 tanz.punkt Alte Feuerwache Köln

17 April 2015 Tanz­ NRW tanzhaus nrw Düsseldorf

25 April 2015 Tanz NRW theater im ballsaal Bonn

31 October 2015 Move festival Krefeld

6.7 May 2016 Commedia Futura, Eisfabrik Hannover







PRESS

DUNKLES GLÜHEN

Reut Shemesh mit ihrer bildmächtigen Fantasie und das starke Tanzduo Overhead Project durchleuten in "The boy who cries Wolf" die Märchenträume des Abendlandes mit einem ironischen Ernst, der eine kleine Tanzsensation hervorbringt.

Die Inszenierung spielt im Wald. Im nackten Bühnengeviert der Kunsthochschule für Medien sind aber weder Bühne noch Kostüme zu sehen. Scheinwerfer hängen, die Atmosphäre eines Medienlabors. Aber da stehen zwei Männer hinten. An der Art, wie sie nahe zueinander gerückt sind und schauen, sieht man sofort, dass sie aus der Tiefe eines mythischen Raums kommen. Vielleicht Brüder, oder ein Riese und ein Zwerg. Die Tänzer und Akrobaten Tim Behren und Florian Patschovsky, die sich Overhead Project nennen, zeigen ihre neue Choreografie "The boy who cries wolf" in der Regie von Reut Shemesh.

MÄRCHENHAFTE DRAMATIK

Dramatik ist im Raum, auch ohne die enervierenden Rhythmen der abgehackten elektronischen Musikkomposition von Simon Baur. Als seien sie Gestalten aus dem 19. Jahrhundert, so still und eindringlich bewegen sich die jungen Männer und lassen ihre Aktionen immer wieder zu Bildern gefrieren. Da gibt es Kriegsheimkehrer, Prinzen, Bären, eine Pietá, Frösche, Dämonen, Wölfe und Hirsche. Nicht immer wird deutlich, was sie verbindet. Hier geht es eher wie im Traum zu, in dem die Details geheimnisvolle Beziehungen unterhalten. So sind auch die Märchen der Brüder Grimm entstanden, aus Erzählungen und Bildern, die Faszination auslösten und zu Text wurden, ohne den Gesetzen der Logik zu folgen. Behren und Patschovsky besitzen einen Zugang zur Dimension dieser archaischen Themen und sie verfügen mit Reut Shemesh über das künstlerische Potenzial, um an diese Orte des kollektiven Unbewussten zu führen.

Mit einem Timing, das immer dann innehält, wenn Erstaunen, Angst oder Freude auf den Punkt gebracht worden sind, machen sie Emotion sichtbar, ohne eine durchgehende Geschichte zu erzählen. Es sind vielmehr geschmeidige, verwickelte Bewegungen, denen nicht anzusehen ist, welches Ziel sie ansteuern, bis sich die Körper in einem Still konzentrieren und der Wolf zu schreien beginnt oder der Hirsch auf einer Lichtung erscheint.

DER TOD IM TANZ

Das Duo vermag die Szenen tänzerisch auf den Punkt zu bringen, vor allem jedoch verdeutlicht es, dass es sich hier um tradierte Bilder handelt. Mit den Mitteln des Tanzes betreiben sie Illusion, "Durchleuchten" gewissermaßen die Wirklichkeit. Dieses Kunststück gelingt den beiden durch Dramatik, Präzision und Humor. Sie lassen ihre mitunter mächtig wirkenden Körper sprechen, indem sie komplexe Hebefiguren einsetzen, die ihnen Geschmeidigkeit verleihen, ohne dass sie an Wucht verlieren würde. Die behende Eleganz entfaltet sich langsam, wie in Zeitlupe. Ihre Wucht erhält die Choreografie durch die dunklen Ränder, an denen das Todesthema immer wieder kehrt. Tatsächlich spielt der leblose Körper eine wichtige Rolle im Märchen. Der Moment, in dem nur noch Schwere vorhanden ist, macht die tragische Abwesenheit des Lebens besonders greifbar. Ein dunkles Tanzjuwel ist da gelungen.

THOMAS LINDEN